Hanf

Nutzen:

Hanf ist eines der ältesten Heil- und Genußmittel der Menschheit. Gegen Krämpfe, Übelkeit und viele andere Leiden (einschließlich Stress) liefert er eine hochwirksame Medizin und ist gleichzeitig eine der ungiftigsten Pflanzen, die die Pharmakologie kennt.

Nutzhanf wird vor allem für Papier, Baustoffe, Textilien und Kunststoffe verwendet.

Hanfsamen werden dank des hohen Omega-3 Gehalts in Lebensmittel eingesetzt und Hanföl aus den gepressten Samen für Kosmetik Produkte.

 Geschichte:

Die Geschichte des Hanfs reicht lange zurück. Seit prähistorischer Zeit verwendet man in Europa und Asien den Hanf als Droge, als Medizin und als Faserlieferant und somit als Rohstoff, beispielsweise für die Papierherstellung. In letzten beiden Jahrtausenden konnte sich der Hanf auch in Afrika verbreiten und fand Eingang in viele Stammeskulturen. Nach der Entdeckung Amerikas brachten ihn die Kolonialmächte auch in die neue Welt.

Er diente dem Menschen seit Jahrtausenden zur Inspiration, zur Berauschung oder als Heilmittel. Bei vielen Naturvölkern ist er bis heute Mittelpunkt schamanischer Rituale und wichtige Medizin.

Das heute fast weltweit bestehende Verbot von Cannabis geht auf Bestrebungen der USA in den 30er Jahren zurück. Die Gründe dafür lagen in sehr unterschiedlichen Motiven, aber es ist nicht feststellbar dass objektive wissenschaftliche Untersuchungen über die Gefährlichkeit von Cannabis ausschlaggebend für das Verbot gewesen wären. Durch dieses Verbot wurden nicht nur Besitz und Konsum von aus Hanf hergestellten Drogen, sondern auch sein Anbau, illegal. Damit wurde die Herstellung von Medizin aus Hanf und seine Verwendung als Faserlieferant verunmöglicht.

Der Konsum von Cannabis ist gemäss der heutigen Gesetzeslage in den meisten Staaten der Welt verboten, wird in vielen Ländern allerdings toleriert. Zur medizinischen Anwendung sind Haschisch und Marihuana nach wie vor nicht zulässig; in vielen Staaten sind zwar verschreibungspflichtige Präparate mit synthetisch oder halbsynthetisch hergestellten Cannabinoiden in Verwendung, deren Wirkung von den Konsumierenden aber meist als unangenehmer als die von natürlichen Cannabisprodukten beschrieben wird.

Merkmale und Züchtung:

Die Hanfpflanze gehört zur Familie der Cannabaceae (Hanfgewächse, Hanfartige), der als zweite Pflanze der Hopfen angehört, der ebenso psychoaktive Wirkung hat. Bis heute sind sich die Botaniker nicht einig, ob es 3 Spezies der Gattung Cannabis gibt, nämlich Cannabis indica, Cannabis sativa und Cannabis ruderalis, oder ob es sich um eine monotypische Pflanze handelt und es daher nur eine Cannabisart, nämlich Cannabis sativa, gibt, die sich in verschiedene Unterarten aufgliedern lässt.

In folgenden Merkmalen unterscheiden sich Cannabis indica, sativa und ruderalis:

Cannabis indica.

Der indische Hanf wird etwas über 1 Meter hoch und ist sehr stark verzweigt, wodurch sein Aussehen sehr dem eines Tannenbaues ähnelt. Seine Blätter sind oval und besonders breit. Er bildet die grösste Menge an Blüten, die den grössten Anteil an psychoaktiven Stoffen enthalten. Verbreitung: Nordindien, Afghanistan, Pakistan und dem Himalajagebiet.

Cannabis sativa - Nutzhanf

Cannabis sativa wird bis zu 5 Meter hoch. Er ist sehr wenig verzweigt und besitzt von den drei Arten die grössten Blätter. Die einzelnen Finger der Blätter sind sehr lang und schmal. Verbreitung: Cannabis sativa stammt entweder aus Mitteleuropa oder Zentralasien. Als Kulturfolger des Menschen verbreitete er sich schon im Neolithikum. Heute ist er auf der ganzen Welt sehr verbreitet. Als Wildpflanze ist er nicht bekannt.

Cannabis ruderalis - Ruderalhanf

Der Ruderalhanf wird nur etwa 30 - 60 cm hoch. Er hat kaum Verzweigungen und nur sehr kleine Blätter. Seine Blütenstände sind die kleinsten in der Hanffamilie. Auch sein THC Gehalt ist nicht besonders üppig: während bei Cannabis sativa etwa 70 % der Cannabinoide THC sind, sind es bei Cannabis ruderalis etwa 40 %. Verbreitung: heute von Kaukasus bis China auf sogenannten Ruderalstätten (steinige Standorte), Geröllfeldern oder Schuttflächen.

Normalerweise ist die Hanfpflanze zweihäusig, das heisst es gibt eine männliche und eine weibliche Form der Pflanze. Während der weibliche Hanf harzreiche Blüten bildet, finden sich bei der männlichen Pflanze kaum psychoaktive Substanzen. Wird die weibliche Blüte vom Pollen der männlichen Blüte bestäubt, so bildet sich ein Samen, der in einem Zeitraum von etwa 6 Wochen heranreift. Es gibt auch einhäusige Hanfpflanzen, wo sowohl männliche als auch weibliche Blüten von einer einzigen Pflanze gebildet werden. Äusserlich sehen diese Zwitter den weiblichen Pflanzen sehr ähnlich. Zur Fasergewinnung sind sie nicht optimal, da rein männliche Pflanzen deutlich bessere Fasererträge bringen.

 

Bezeichnungen:

Die getrockneten weiblichen Blütenstände heissen Marihuana. Im Jargon der Konsumierenden gibt es auch viele andere Wörter für Marihuana. Die gebräuchlichsten sind "Gras" , "Ganja", und "Weed". Verantwortlich für den Geruch sind in den Blüten enthaltene ätherische Öle. Neben gutem Geruch gelten grosse Blüten mit möglichst wenig Blütenblättern und das Fehlen von Samen als Qualitätsmerkmale.

Haschisch:

Haschisch ist das gepresste Harz der weiblichen Pflanze. Das hochwertigste Haschisch wird hergestellt indem man das Harz der Blüten mit den Händen abreibt. Dabei bildet sich eine dunkle Harzschicht auf der Hand, die dann abgeschabt und gepresst wird. Es ist weich und leicht formbar und wird meistens als "schwarzer Afghane" bezeichnet. Manchmal wird auch von besonders potentem opiumhaltigen Haschischsorten berichtet. Zum "Anstreuen" wird die feste Masse über einer kleinen Flamme erhitzt, wodurch sie weich wird und mit den Fingern zerbröselt werden kann. Gebräuchliche Ausdrücke für Haschisch sind "Shit" und "Dope". Echtes Haschisch lässt sich an seinem typischen harzigen Geruch, der beim Erhitzen entsteht, erkennen.

 Wirkstoffe und Wirkung:

Für die psychoaktive Wirkung von  Marihuana ist vor allem der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) verantwortlich. Sie wird allerdings von den weiteren enthalten Cannabinoiden beeinflusst und entsteht somit erst durch eine Wechselwirkung verschiedener Substanzen. Vor allem das Cannabidiol (CBD) spielt eine wichtige Rolle, da es die Wirkung von THC unterbindet. Des weiteren wirkt es angstlösend und schmerzhemmend. Cannabinol (CBN) wirkt leicht psychoaktiv, aber vor allem augeninnendrucksenkend und darüber hinaus antibiotisch und beruhigend. Cannabichromen (CBC) unterstützt die schmerzhemmende Wirkung des THC und wirkt beruhigend. Es gibt noch eine grosse Anzahl weitere Cannabinole, von denen noch nicht alle strukturell und pharmakologisch bekannt sind. Ausserdem finden sich in Blättern und Harz ätherische Öle. In den Samen sind Lignane enthalten. Sie haben eine allergiehemmende Wirkung. 

Die Wirkung von Cannabisprodukten rührt also nicht wie oft angenommen vom THC allein. Daher ergeben sich je nach Wirkstoffgehalt und prozentueller Verteilung der Cannabisprodukte verschiedene Wirkungsweisen. Nach dem Konsum von reinem THC tritt zwar ein cannabisähnlicher Rausch ein, doch wird er meist nicht so angenehm empfunden, wie der von natürlichen Cannabisprodukten ausgelöste Rauschzustand.

Wirkung der wichtigsten Cannabinoide:

-THC: stark psychoaktiv; beruhigend, stimulierend, halluzinogen, Brechreiz lindernd, Pulsfrequenz steigernd

-CBN: leicht halluzinogen, Augeninnendruck senkend, antiepileptisch, Pulsfrequenz verringernd

-CBD: schmerzlindernd, angstlösend, leicht beruhigend, Augeninnendruck senkend, antiepileptisch, antibiotisch

-CBG: leicht psychoaktiv, schlafanstossend, Augeninnendruck senkend, antibiotisch

 schmerzlindernd, beruhigend, entzündungshemmend

Die physiologische Wirkung

Nach dem Rauchen dauert es meist wenige Minuten bis zu einer viertel Stunde bis die Wirkung einsetzt. Nach 2 bis 3 Stunden klingt sie wieder ab. Beim oraler Einnahme - etwa in Form von Keksen - dauert es je nach Magenfüllung bis zu zwei Stunden bis zum Eintreten der Wirkung, dafür kann bis zu rund 8 Stunden eine intensive Wirkung zu spüren sein und oft ist auch am nächsten Tag noch eine gewisse Cannabiswirkung bemerkbar.

Der Abbau von Cannabinoiden geschieht hauptsächlich in der Leber. Ausgeschieden werden die Abbauprodukte zu 2/3 über den Darm und 1/3 über die Nieren, wo sie noch mehrere Wochen nachweisbar sind.

 Die Wirkung auf die Psyche:

Die Wirkung von Cannabis lässt sich nicht in eine der drei groben Kategorien sedativ (beruhigend), stimulierend (muntermachend) und halluzinogen einordnen, sondern hat von jeder einen Teil. Zudem wird durch Cannabis die Wirkung von Stimulantia, Halluzinogenen und Sedativa intensiviert, verstärkt und ergänzt.

Allgemein kann man sagen, dass Cannabis die Wahrnehmung intensiviert und die Stimmung, in der man sich vor dem Konsum befand, vor allem vertieft. Das Rauscherlebnis kann allerdings sehr variieren, sodass die Wirkung von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich empfunden wird.

Sehr gut bekannt unter Cannabiskonsumierenden ist das Auftreten von Heisshunger, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass die Geschmacksempfindung meistens intensiviert wird, sodass der Genuss altbekannter Speisen plötzlich ein ungeahntes neues Geschmackserlebnis hervorrufen kann.

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